Mehr als 17.000 Einwohner mussten in Manitoba ihre Häuser verlassen, da in der westkanadischen Provinz Waldbrände wüten. Die Regierung verhängte daraufhin den landesweiten Notstand. Die Behörden erklären, die Brände seien einer der schwersten Auftakte der Waldbrandsaison in jüngster Zeit.

Manitobas Premierminister Wab Kinew rief am Mittwoch den Notstand aus und betonte das beispiellose Ausmaß der Krise. „Dies ist die größte Evakuierung, die Manitoba je erlebt hat“, sagte Kinew auf einer Pressekonferenz. Er bestätigte, dass Militärflugzeuge eingesetzt würden, um Bewohner aus abgelegenen, gefährdeten Gemeinden im Norden auszufliegen.
Kinew betonte die ungewöhnliche Ausbreitung der Brände, die alle Regionen der Provinz betreffen und nicht auf ein Gebiet beschränkt sind. „Zum ersten Mal ist es kein einzelnes Feuer in einer Region. Wir haben Brände in allen Regionen“, sagte er. „Das ist ein Zeichen für einen Klimawandel, an den wir uns anpassen müssen.“
Laut Kirstin Hayward, Sprecherin des Manitoba Wildfire Service, haben die Brände im vergangenen Monat bereits fast 200.000 Hektar Wald vernichtet. Sie wies darauf hin, dass dies dreimal so viel sei wie der Jahresdurchschnitt der letzten fünf Jahre. „Manitoba verzeichnet in diesem Jahr die höchste Brandaktivität in Kanada, was teilweise auf eine längere Periode warmer und trockener Witterung zurückzuführen ist“, sagte Hayward.
Der Einsatz zusätzlicher Feuerwehrkräfte ist im Gange. Unterstützung erhalten die Feuerwehrleute sowohl von Provinz- als auch von Bundesbehörden. Behörden haben zudem die Nachbarprovinzen um Unterstützung gebeten, da sie sich auf eine Verschlechterung der Lage in den kommenden Tagen vorbereiten. Bis Mittwoch gab es in ganz Kanada 134 aktive Waldbrände , darunter größere Ausbrüche in British Columbia, Alberta, Saskatchewan, Manitoba und Ontario.
Behörden berichten, dass die Hälfte dieser Brände derzeit außer Kontrolle ist, was Befürchtungen hinsichtlich weiterer Evakuierungen und Ressourcenknappheit aufkommen lässt. Kanada erlebte 2023 die schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen, obwohl die einzigen bestätigten Todesopfer Feuerwehrleute waren. Die Erinnerung an diese Saison ist noch frisch und verstärkt die Dringlichkeit bei Einsatzkräften und Bevölkerung gleichermaßen.
Die Behörden fordern die Bevölkerung dringend auf, Evakuierungsanordnungen umgehend zu befolgen und die offiziellen Mitteilungen auf Aktualisierungen zu verfolgen. In der gesamten Provinz wurden Notunterkünfte eingerichtet, um die Vertriebenen unterzubringen. Angesichts der sich verändernden Klimabedingungen warnen Experten, dass die Waldbrandsaison in Kanada länger und intensiver wird und neue Herausforderungen für Infrastruktur, Gemeinden und Katastrophenschutz mit sich bringt. – Von MENA Newswire News Desk.
