Bei einer Massenschießerei am Dienstag auf dem Campus Risbergska, einem Zentrum für Erwachsenenbildung im schwedischen Örebro, etwa 200 Kilometer westlich von Stockholm, wurden elf Menschen getötet. Unter den Toten ist der mutmaßliche Schütze, ein 35-jähriger Mann, dessen Identität noch nicht bekannt gegeben wurde. Die Behörden untersuchen den Angriff, haben aber noch keine unmittelbaren Informationen zum Motiv des Schützen. Die Schießerei begann kurz nach 12:30 Uhr Ortszeit und führte zu Abriegelungen und Notevakuierungen auf dem Campus.

Zeugen berichteten, sie hätten mehrere Schüsse gehört, bevor Sicherheitsbeamte und Polizei eintrafen. Eine Lehrerin der Schule berichtete, wie jemand die Tür zu ihrem Klassenzimmer öffnete und sie und ihre Schüler aufforderte zu fliehen. Sie rannten in Panik durch die Flure, während die Polizei das Gebiet absicherte. Die Behörden gehen davon aus, dass der Schütze allein handelte und haben keine ersten Verbindungen zum Terrorismus gefunden. Der Verdächtige hatte keine Vorstrafen und besaß Berichten zufolge eine Lizenz zum Besitz von Schusswaffen.
Ermittler haben in der Nähe seiner Leiche eine automatische Schusswaffe gefunden, die im Rahmen der laufenden Ermittlungen derzeit von Forensikern untersucht wird. Mehrere Personen wurden verletzt, mehrere Opfer wurden im Universitätskrankenhaus Örebro medizinisch versorgt. Einige werden wegen Schusswunden operiert, und Ärzte berichten, dass ihr Zustand ernst, aber stabil sei. Rettungskräfte waren den ganzen Tag im Einsatz, um Hilfe zu leisten und das Ausmaß der Opferzahlen zu ermitteln.
Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson verurteilte den Angriff und beschrieb ihn als „brutale, tödliche Gewalt gegen völlig unschuldige Menschen“. Er drückte seine tiefe Trauer über den Vorfall aus und betonte die nationale Einheit nach der Tragödie. König Carl XVI. Gustaf sprach ebenfalls sein Beileid aus und erklärte, dass er und seine Familie von der Nachricht am Boden zerstört seien und die Bemühungen der Rettungskräfte würdigten. Der Campus Risbergska betreut Schüler über 20 Jahre und bietet Sekundarschulbildung, Schwedisch-Sprachprogramme für Einwanderer, Berufsausbildung und Sonderschulkurse an.
Die Schule ist Teil eines größeren Bildungskomplexes, zu dem auch Einrichtungen für jüngere Schüler gehören. Die Campus-Gemeinschaft steht unter Schock, während die Behörden den Betroffenen weiterhin Hilfe leisten. Obwohl es in Schweden in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Bandengewalt gekommen ist, sind tödliche Angriffe in Bildungseinrichtungen nach wie vor selten. Diese Schießerei ist die tödlichste ihrer Art in der Geschichte des Landes und fordert eine gründliche Untersuchung der Umstände, die zu dieser Tragödie geführt haben. – Von EuroWire News Desk.
